14.05.2008:
Kolloquium im Europasaal des Ministeriums
der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Eupen:
"Schulmediotheken und Lernerfolg -
Lese- und
Informationskompetenz in den Schulen der Deutschsprachigen Gemeinschaft"
Bei der Entwicklung von PISA (1997) stand ein innovatives „Lesekompetenz“-Konzept mit im Vordergrund, „das sich auf die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zur Analyse, Argumentation und Kommunikation bei der Formulierung, Lösung und Interpretation von Problemen in einer Reihe unterschiedlicher Themenbereiche bezieht (…)“ und im Wesentlichen wie folgt begründet wurde: „Die sozialen und beruflichen Anforderungen der globalen Wirtschaft und der Informationsgesellschaft erfordern den erfolgreichen Umgang mit soziokulturellen Mitteln wie Sprache, Informationen und Wissen sowie Geräten wie z.B. Computern (…). Sowohl die zunehmend wichtigere Rolle des Dienstleistungs- und Informationssektors als auch die zentrale Rolle des Wissensmanagements in der heutigen Gesellschaft machen es erforderlich, dass Menschen in der Lage sind, Informationen und Wissen interaktiv zu nutzen. Diese Schlüsselkompetenz setzt eine kritische Reflexion über die Natur der Informationen als solche, ihre technische Infrastruktur sowie ihren sozialen, kulturellen und ideologischen Kontext und ihre Tragweite voraus. Informationskompetenz ist die notwendige Grundlage für das Verständnis von Optionen, Meinungsbildung, Entscheidungsfindung und informiertes und verantwortungsbewusstes Handeln“.
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen in den USA, Kanada und Australien (Details über diese Studien unter http://www.lrs.org/impact.asp) haben den Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein einer gut ausgestatteten und professionell geführten Schulmediothek und der erfolgreichen Vermittlung von „Informationskompetenz“ als Grundlage für den Lernerfolg der Schüler nachgewiesen.
In der Konsequenz dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse wird auch in den neuen Rahmenplan-Entwürfen für die Schulen der Deutschsprachigen Gemeinschaft die Vermittlung der Informations- und Medienkompetenz als „überfachliche Kompetenz“ in allen Fachbereichen verpflichtend gefordert.
Damit die Lehrer, damit die Schulen diese Forderung erfüllen können, brauchen sie die dazu erforderlichen Instrumentarien.
Welche Rolle kommt dabei den neu eingerichteten bzw. noch einzurichtenden Schulmediotheken in den Sekundarschulen, den Pädagogischen Mediotheken und den Öffentlichen Bibliotheken für die Kindergärten und Primarschulen zu, welche Handreichungen gibt es für Lehrer?
Erste Antworten auf diese Fragen geben die mit der Ausarbeitung eines medienpädagogischen Konzeptes Beauftragten des Ministeriums sowie namhafte Experten aus den USA, Kanada und Südtirol beim Kolloquium am 14. Mai 2008, zu dem – neben den politischen Entscheidungsträgern – insbesondere die Schulleiter und Lehrer der Schulen der Deutschsprachigen Gemeinschaft sowie des Regino-Gymnasiums Prüm als Partnerschule des INTERREG-Projektes einerseits und die Verantwortlichen der Schulmediotheken, Pädagogischen Mediotheken und Öffentlichen Bibliotheken andererseits eingeladen sind.
Die Organisatoren des Kolloquiums verstehen diese Veranstaltung aber nicht als den Abschluss eines Projektes – auch wenn es sich um die Abschlussveranstaltung des INTERREG-Projektes „Grenzüberschreitende Vernetzung der Bibliotheken und Mediotheken“ handelt – sondern als Impulsveranstaltung zur Förderung der Lese- und Informationskompetenz, der noch weitere folgen werden in Form von Arbeitssitzungen und Kolloquien und insbesondere in Form von Weiterbildungsveranstaltungen für Lehrer zum Thema „Leseförderung“ und Förderung der „Informationskompetenz“ in der Schule.
Die offiziellen Einladungen zu dem Kolloquium werden in der kommenden Woche persönlich nur an die Schulleiter der Schulen ergehen; es wäre aber wünschenswert, wenn sie jeweils von 2 Lehrern aus ihrer Schule bzw. Schuleinheit begleitet würden, die sich speziell um die Leseförderung an ihrer Schule bemühen wollen und die den Beauftragten des Ministeriums als zukünftige Ansprechpartner für weitere Maßnahmen zur Verfügung stehen könnten.
Wegen der begrenzten Anzahl Plätze im Europasaal des Ministeriums wird um eine Anmeldung per E-Mail an den Projektkoordinator lorenz.paasch@mediadg.be vor Freitag, den 09. Mai 2008, gebeten.
Tagungsprogramm
| 8.15 |
Empfang der Teilnehmer – Aushändigung der Tagungsunterlagen |
| 8.30-8.45 |
Begrüßung durch Unterrichtsminister Oliver Paasch
|
| 8.45-9.15 |
Das INTERREG III – Projekt „Grenzüberschreitende Vernetzung von Bibliotheken und Mediotheken“ – Eine Bilanz (Lorenz Paasch, Projektkoordinator) |
| 9.15-10.15 |
Die Vermittlung von Lese- und Informationskompetenz in den Schulen der DG - Vorstellung des auf dem kanadischen Modell aufbauenden Konzeptes und der Arbeitsmaterialien (Nathalie Mertes, INTERREG III-Projekt, Bereich Medienpädagogik – Rose DOTTEN, University of Toronto) |
| 10.15 – 10.45 |
PAUSE
|
| 10.45 – 11.45 |
Die Bedeutung der Schulmediotheken für das Lernen und den Lernerfolg der Schüler – Das Ergebnis wissenschaftlicher Studien in den USA (Prof. Ross J. TODD, Center for International Scholarship in School Libraries at Rutgers University, New Jersey)
|
| 11.45 - 12.30 |
Die Leseförderung an Südtiroler Schulen – Methoden, Beispiele, Erfolge (Dr. Markus FRITZ, Amt für Bibliotheken und Lesen, Südtirol) |
| 12.30 – 13.00 |
Fragen und Antworten
Schlusswort des Ministers
|
| |
Anschließend: Pressegespräch
|
| 13.00 – 14.00
|
Umtrunk - Empfang |
Abschlusstagung zum INTERREG IIIA-Projekt
„Grenzüberschreitende Vernetzung von Bibliotheken und Mediotheken“
Lorenz Paasch
Koordinator der Schulmediotheken
im Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft

|